Aus der Naturheilkunde: Wissen rund ums Frausein


Freitag, 01.05.2020

Medizin für Frauen

von Melanie Aue

Bis vor ei­ni­gen Jah­ren gab es das ein­zig und al­lein in der Ber­li­ner Cha­rité: Eine ei­ge­ne Ab­tei­lung, in der me­di­zi­ni­sche An­sät­ze ge­schlech­ter­spe­zi­fisch un­ter­sucht wer­den. „Gen­der Me­di­ci­ne“ nennt sie sich. Hier wird er­forscht, wel­che Aus­wir­kun­gen emo­tio­na­le und so­zia­le Fak­to­ren auf die Ge­sund­heit haben und wel­che Zu­sam­men­hän­ge es unter an­de­rem zwi­schen dem Ge­schlecht und Krank­hei­ten sowie der Ver­träg­lich­keit von Arz­nei­mit­teln gibt.

FrauenNun also wird das Wis­sen, das seit Jahr­hun­der­ten die Wei­sen und Hei­ler be­sa­ßen, und wel­chem wir bei­spiels­wei­se in der Ho­möo­pa­thie Be­ach­tung schen­ken, end­lich wis­sen­schaft­lich! Dass neben den phar­ma­ko­lo­gi­schen Aspek­ten auch die un­ter­schied­li­che Rol­len­ver­tei­lung mit in die For­schung ein­be­zo­gen wird, ist sehr an­er­ken­nens­wert und si­cher­lich ein Zei­chen der Eman­zi­pa­ti­on der Frau in un­se­rer Ge­sell­schaft.

Bis dahin aber war es ein wei­ter Weg.

Schon immer hat­ten Frau­en eine ganz be­son­de­re Be­zie­hung zum Thema Frau­en­krank­hei­ten und Hei­lung. Waren es bis ins Hoch­mit­tel­al­ter die wei­sen Frau­en, die das Wis­sen um Heil­kräu­ter, Ge­burt, Ge­sund­heit und Krank­heit münd­lich über­lie­fer­ten, soll­te sich die­ses im Laufe der Zeit dra­ma­tisch än­dern. Ab dem 15. Jh ge­wan­nen frau­en­feind­li­che Er­las­se die Über­hand, die Frau­en nicht nur den Zu­gang zu Lehr­stät­ten ver­bo­ten, son­dern auch jeg­li­che Art hei­le­ri­scher Tä­tig­keit. Wi­der­set­zun­gen wur­den, meist im Namen der Kir­che, be­straft- oft­mals mit dem Tode. Die wei­sen Frau­en: ver­folgt, ver­brannt und aus­ge­rot­tet. Und all das ist erst 300 Jahre her. Die letz­te si­cher über­lie­fer­te He­xen­hin­rich­tung fand 1793 in Preu­ßen statt.

Wann nun ei­gent­lich die Ge­burts­stun­de der Gynä­ko­lo­gie statt­fand, ist nicht si­cher. Hier­zu gibt es un­ter­schied­li­che Mei­nun­gen und Schrif­ten. Zwar gab es zu allen Zei­ten Heb­am­men, deren Tä­tig­keit wurde im Mit­tel­al­ter aber de­gra­diert. Frau­en durf­ten nicht stu­die­ren und der spä­ter ent­stan­de­ne Be­rufs­stand der Kran­ken­schwes­ter war le­dig­lich für Hand­rei­chun­gen aus­ge­bil­det. Eine neue, männ­lich ge­präg­te, wis­sen­schaft­li­che Frau­en­heil­kun­de er­ober­te die­sen Be­reich.

Erst 1880 schloss in Leip­zig die erste Frau in Deutsch­land ihr Me­di­zin­stu­di­um mit einem Staats­ex­amen ab. Hope Bridges Adams Leh­mann. Sie prak­ti­zier­te als Ärz­tin und Gynä­ko­lo­gin.

Uns Heil­prak­ti­kerIn­nen ist es erst seit 2001 er­laubt, die Er­kran­kun­gen der Ge­schlechts­or­ga­ne zu be­han­deln. Und es ist eine Chan­ce. Eine Chan­ce, das neue und alte Wis­sen um die Heil­kräu­ter, tra­di­tio­nel­le Heil­übun­gen, Mi­ne­ral­sal­ze und Ho­möo­pa­thie zum Wohle aller Frau­en ein­zu­set­zen.

Egal wel­chen Al­ters, wel­cher Na­tio­na­li­tät und wel­cher Re­li­gi­on.


Ei­ni­ge An­sich­ten aus un­ter­schied­li­chen Epo­chen

  • Hip­po­kra­tes und Ari­sto­te­les schätz­ten den weib­li­chen An­teil an der Zeu­gung des neuen Le­bens als sehr ge­ring ein. Nach ihren Vor­stel­lun­gen ent­wi­ckeln sich männ­li­che Kin­der in der rech­ten Ge­bär­mut­ter­hälf­te, da diese näher an der Leber ist und so das Kind bes­ser ver­sorgt sei. Mäd­chen le­dig­lich in der lin­ken Hälf­te.
  • Dr. Charles Meigs lehr­te sei­nen Stu­den­ten 1848: Das Stu­di­um der weib­li­chen Or­ga­ne werde sie in den Stand set­zen, "das In­ners­te, das Be­wusst­sein und die Seele der Frau­en zu ver­ste­hen und zu kon­trol­lie­ren"
  • 1860, Isaac Ray: „Die Ur­sa­che für die Nei­gung der Frau­en zu Hys­te­rie, Irr­sinn und Kri­mi­na­li­tät liegt in ihren Ge­schlechts­or­ga­nen.“
  • 1872, Dr. Ro­bert Bat­teys, Ent­fer­nung der Eier­stö­cke führt zur "Hei­lung von Wahn­sinn“.

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Hinweis:

Sicherlich haben Sie es schon bemerkt: Als Heilpraktikerin sehe die Welt nicht nur mit wissenschaftlichen Augen, sondern räume auch geist-seelischen Prozessen einen Platz ein. Deshalb unterscheiden sich meine Theorien und Empfehlungen von der pathophysiologischen Lehrmeinung der Schulmedizin und werden von dieser auch nicht anerkannt.

Deshalb beachten Sie bitte, dass die hier aufgeführten Theorien und Anleitungen auf Erfahrungen naturheilkundlicher Therapeuten beruhen und wirklich nur als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht sind. Auf keinen Fall ersetzen sie den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Deshalb meine Bitte: Lassen Sie alle Ihre Beschwerden und Erkrankungen schulmedizinisch abklären, bevor Sie sich selbst behandeln. 


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