Sonntag, 11.10.2020

Der Herbst und das Immunsystem - Zeit für ein Upgrade

von Melanie Aue

 

Kalte Hände und Füße, Hals­krat­zen, eine lau­fen­de Nase, läs­ti­gen Hus­ten... 
So­bald Kälte und Nässe das Wet­ter be­stim­men, wird das Im­mun­sys­tem ganz schön her­aus­ge­for­dert. 
Und viel­leicht ge­sel­len sich zum läs­ti­gen Käl­te­ge­fühl auch noch Schmer­zen im Be­reich des Rückens, eine Schwä­che des Stoff­wech­sels oder auch Kraft­lo­sig­keit. Und ir­gend­wie hat man das Ge­fühl, dass man nicht auf Hoch­tou­ren läuft…

Ob eine Imp­fung den Men­schen aus die­ser Pro­ble­ma­tik her­aus­hilft, wird sich zei­gen. Sie haben aber jeden Tag die Mög­lich­keit, das Im­mun­sys­tem zu un­ter­stüt­zen und damit Ihre Ab­wehr­kräf­te zu stär­ken.

Photo by Theo­dor Va­si­le on Uns­plash. Thanks:)

Das Im­mun­sys­tem auf Chi­ne­sisch

Die Natur hat et­li­che Mög­lich­kei­ten ge­schaf­fen, mit denen der Mensch sein Im­mun­sys­tem un­ter­stüt­zen kann. Und in vie­len Fäl­len be­darf es dazu noch nicht ein­mal phar­ma­ko­lo­gi­sche Prä­pa­ra­te oder Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel. Und das ist eine Ge­ge­ben­heit, die mich immer wie­der mit Dank­bar­keit er­füllt: Die Natur sorgt gut für uns. Bevor Sie also che­mi­sche Mit­tel­chen ein­neh­men, ver­su­chen Sie erst alle na­tür­li­chen Mög­lich­kei­ten aus­zu­schöp­fen. Dazu ge­hö­ren eine na­tür­li­che Er­näh­rung, Wohl­­be­­fin­­den und Froh­­sinn, eine gute At­­mung und Be­we­­gung an der fri­­schen Luft. Alle diese Maß­nah­men hel­fen dem Kör­per, Ener­gie Qi zu bil­den.

Und aus­rei­chend Qi be­nö­tigt der Mensch für ein in­tak­tes
Im­mun­sys­tem. Aus die­sem Qi be­rei­tet der Kör­per das WeiQi, die  Ab­weh­r­ener­gie. Diese Ener­gie be­fin­det sich wie ein fei­ner Nebel zwi­schen Haut und Mus­ku­la­tur. Und ihre Auf­ga­be ist es, ein­drin­gen­de Fak­to­ren nicht in den Kör­per zu las­sen, sie un­schäd­lich zu ma­chen oder hin­aus­zu­wer­fen.

 

Up­gra­de für's Im­mun­sys­tem

Da Qi also die Basis für die Ab­wehr­kraft bil­det, ist es not­wen­dig, täg­lich Qi  im Über­maß zu­zu­füh­ren. Diese drei Maß­nah­men kön­nen Ihnen dabei hel­fen:

 

Die Er­näh­rung

Beab­sich­tigt man Ener­gie Qi auf­zu­bau­en, ist es sinn­voll, Ener­gie Qi zu essen. Und Ener­gie ist in allem Le­ben­di­gen. In fri­schem, sai­sona­lem Obst und Ge­mü­se, aber auch in Fleisch und Fisch. Je kür­zer die Trans­port­we­ge und je rei­fer der Ern­te­zu­stand, desto mehr Qi ist ent­hal­ten.

Den Koch­pro­zess be­ur­teilt man in der Chi­ne­si­schen Me­di­zin üb­ri­gens nicht wie bei uns im Wes­ten als eine Vi­tal­stof­fe zer­stö­ren­de Zu­be­rei­tungs­form von Spei­sen. Die Chi­ne­sen sehen den Koch­pro­zess als eine Zu­fuhr von Ener­gie und Wärme an. Bei­des be­nö­tigt der Mensch, um sei­nen Stoff­wech­sel auf­recht zu hal­ten. Also: Ko­chen Sie selbst. Ko­chen Sie frisch. Haben Sie keine Angst, wegen eines De­fi­zits an Roh­kost an Man­ge­ler­näh­rung zu er­kran­ken. Gera­de im Herbst und Win­ter hel­fen gut ge­gar­te Spei­sen, die not­wen­di­ge Ener­gie auf­zu­bau­en.

Und be­son­ders gut eig­nen sich für die kalte Jah­res­­zeit Sup­­pen, Ein­töp­­fe und Schmor­­ge­rich­te. Mit Fleisch, ve­ge­ta­risch oder vegan. Ganz nach den ei­ge­nen Vor­lie­ben oder ent­spre­chend Ihres TCM-Typs.

Foto: Lilli Aue:)

 

Und wenn wir schon beim Ko­chen sind… Sie wis­sen ja: Früh­­stücken Sie warm und ge­­kocht. Das stellt eine der größ­ten Ener­gie­quel­len in der Chi­­ne­­si­­schen Me­­di­­zin dar. Denn ist die Nah­rung be­reits ge­­kocht oder ge­­düns­tet, kann der Kör­­per dar­aus mit Leich­tig­keit Qi her­s­tel­len. Viel Qi = viel Kraft für den Auf­­bau des Im­­mun­­sys­tems. 

Wie Sie das ge­­koch­te Früh­­stück zu sich neh­men, ob nun herz­haft oder süß­­lich, ist un­­er­he­b­­lich. Pro­­bie­ren Sie ver­­­schie­­de­­ne Ge­schmacks­rich­tun­­gen aus und spü­ren Sie, wie lange Sie ein Ge­trei­­de­früh­­stück satt hält und wie lange ein ei­weiß­rei­ches Früh­­stück. Denn auch in die­­sem Be­reich sind wir alle ver­­­schie­­den und haben un­­ter­­schie­d­­li­che Be­­dür­f­­nis­­se. Da kann es also ge­nau­­so gut eine Reis­pfan­­ne, eine Suppe oder ein Rührei sein, oder eben auch ein Brei aus Din­kel­­grieß, Ha­­fer­flo­­cken oder Hirse.

Ich stel­le Ihnen hier zwei warme Früh­stücks­va­ri­an­ten vor. Eine süß­sau­re mit Sand­dorn und eine def­ti­ge mit Kür­bis.

Reis­pfan­ne mit Kür­bis­wür­fel

 

3-5 Eßl. vor­ge­koch­ter Reis*
1 Zwie­bel
Hok­kai­do
Salz, Pfef­fer, Schnitt­lauch

Die Zwie­bel­wür­fel in einer Pfan­ne gla­sig düns­ten, Hok­kai­do dazu und 15 Mi­nu­ten sanft garen. Geben Sie dann den Reis und die Ge­wür­ze dazu.

 

 

 

 

 

* Vor­ge­koch­ter Reis bil­det so­ge­nann­te re­sis­ten­te Stär­ke, die sich po­si­tiv auf die Darm­schleim­haut aus­wirkt. Damit ist vor­ge­koch­ter Reis dop­pelt gut: als meal-prep und Darm­schmeich­ler.

Din­kel­griess mit Sand­dorn

250 ml Was­ser oder Pflan­zen­milch
2-3 Eßl Din­kel­grieß
Sand­dorn­saft
Bee­ren
1 Tl. Honig
1 Pr. Salz, Va­nil­le

Ko­chen Sie die Flüs­sig­keit mit 1 Prise Salz auf und las­sen Sie den Grieß ein­rie­seln. Las­sen Sie den Grieß auf der aus­ge­schal­te­ten Koch­plat­te 15-20 Mi­nu­ten aus­quel­len.
In der Zwi­schen­zeit ko­chen Sie die Bee­ren mit dem Sand­dorn­saft auf. Geben Sie nach Ge­schmack ein wenig Va­nil­le und 1 Tl. Honig dazu.
Geben Sie die Beeren­mi­schung auf den fer­ti­gen Din­kel­grieß und nach Wunsch noch ein Top­ping aus ge­rös­te­ten Man­del­blätt­chen dazu.

 

*Sand­dorn ist auch im ge­koch­ten Zu­stand sehr qi-reich (und vit­amin­hal­tig). Je­doch ist die Ernte sehr müh­sam und auf­wän­dig. Grei­fen Sie des­halb ruhig zu einem fer­ti­gen Pro­dukt aus dem Bio­la­den. 

 

 

Kneip­pen

Photo by Al­ber­to Bi­go­ni on Uns­plash. Thanks:)

Se­bas­ti­an Kneipp wurde 1821 in Schwa­ben ge­bo­ren. Be­reits früh litt er unter Tu­ber­ku­lo­se, die ihn in der Schul­zeit und im Theo­lo­gie­stu­di­um be­glei­te­te und ihn so schwäch­te, dass die Ärzte ihn auf­ge­ge­ben hat­ten.  Da ent­deck­te Kneipp durch Zu­fall ein klei­nes Büch­lein über die Heil­kraft des Was­sers. Von da an wur­den täg­li­che Was­seran­wen­dun­gen zu einem fes­ten Ri­tu­al in sei­nem All­tag.

Egal ob Wech­­­sel­­­du­­­schen, Was­­­ser­tre­ten, Tau­lau­­fen oder Schnee­tre­ten: Was­­seran­wen­­dun­­gen nach Pfar­­rer Se­­bas­ti­an Kneipp bie­ten ein­fa­che und preis­wer­te Mög­­lich­kei­ten, das Im­­mun­­sys­tem zu trai­­nie­ren. Dabei ist das Kneip­pen so scho­nend, dass selbst schon Babys knei­pen könn­ten.

 

Für den Herbst und den Win­ter eig­net sich das bar­fuß­lau­fen im tau­fri­schen Gras oder im Schnee. Zu be­ach­ten ist dabei le­dig­lich, dass Sie mit war­men Füßen be­gin­nen und kei­nen aku­ten In­fekt der Atem­we­ge oder des Un­ter­leibs bzw. der Blase haben dür­fen.  
 

Tau­tre­ten 
Nut­zen Sie den frü­hen Mor­gen und gehen Sie acht­sam ein paar Run­den über Ihren Rasen. Der Mor­gen­tau hat eine wun­der­ba­re be­we­gen­de Kraft. Ruhen Sie mit warm ein­ge­pack­ten Füßen ein paar Mi­nu­ten nach.


Schnee­tre­ten
Das Bar­fuss­lau­fen im Schnee hat auf mich immer eine ganz be­son­de­re Wir­kung: er­fri­schend, be­le­bend und ir­gend­wie ver­rückt. Pro­bie­ren sie es aus. 
Been­den Sie das Schnee­tre­ten un­be­dingt, wenn ein Käl­te­schmerz ein­tritt, spä­tes­tens aber nach 2-3 Mi­nu­ten. Frot­tie­ren oder mas­sie­ren Sie da­nach or­dent­lich Ihre Füße und ruhen Sie ein paar Mi­nu­ten nach. 
 

 

Hin­wei­se: 
Alle Kneipp'schen An­wen­dun­gen haben ge­mein­sam, dass Sie vor der Übung un­be­dingt warme Füße haben soll­ten. Die Füße soll­ten ohne Wun­den sein. Als Dia­be­ti­ker*in und Pa­ti­ent*in mit Miss­emp­fin­dun­gen oder Ge­fäß­ver­än­de­run­gen an Bei­nen und Füßen fra­gen Sie vor der An­wen­dung bitte Ihren Haus­arzt. 
Nach der Übung soll­ten Sie sich gut er­wär­men. Ach­ten Sie dar­auf, dass Sie bei den Bein- und Fuß­an­wen­dun­gen drau­ßen den Kör­per warm an­zie­hen. 

 

 

See­len­hy­gie­ne 

So banal es sich an­hört, so po­si­tiv wir­ken sich see­li­sches Wohl­be­fin­den und Freu­de auf das Im­mun­sys­tem aus. Denn so wie Stress und Angst Ihr Qi ver­brau­chen und damit das Im­­mun­­sys­tem schwä­chen kön­­nen, sind Freu­­de und Wohl­er­­ge­hen in der Lage, es zu sta­­bi­­li­­sie­ren. 

Nut­­zen Sie Ihre freie Zeit sinn­voll. (Wenn Sie keine freie Zeit haben, schaf­fen Sie sie sich! Und wenn es nur ein frei­er Nach­mit­tag ist. ) Be­­gin­­nen Sie zu me­­di­tie­ren, zu dich­ten, zu malen oder krea­tiv zu ar­­bei­ten. Ge­­nie­­ßen Sie Ihren Gar­ten, das Bei­­sam­­men­­sein mit Ihrer Fa­­mi­­lie. Ge­­nie­­ßen Sie es, dass Sie es warm und be­hag­­lich haben. Oder gehen Sie wie­der ver­mehrt in die Natur, um dem Wind, dem Was­­ser und der Erde zu lau­­schen. Die­­ser Ge­­nuss, mit der Natur eins zu sein, för­­dert das in­­­ne­­re Wohl­­be­­fin­­den.

 

Falls Sie eine Schwä­che des Im­mun­sys­tems haben oder immer wie­der­keh­ren­de ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me im Herbst und Win­ter, biete ich Ihnen gerne mein Up­gra­de für’s Im­mun­sys­tem an.

Und das beste: Gra­tis dazu er­hal­ten Sie eine Bro­schü­re mit vie­len Tipps und An­lei­tun­gen zum Ge­sund­blei­ben.

 
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Wichtige Hinweise:

An meiner Pinnwand finden Sie vielfältige Informationen zur Naturheilkunde. Dabei handelt es sich um Theorien zur Naturheilkunde, um Rezepte, Anleitungen, um Anregungen für Ihre Gesundheit, Gedichte oder Gedanken.

Und da ich als Heilpraktikerin die Welt nicht nur mit wissenschaftlichen Augen sehe, sondern auch geist-seelischen Prozessen einen großen Platz einräume, unterscheiden sich meine Theorien und Empfehlungen in diesen Artikeln von der pathophysiologischen Lehrmeinung der Schulmedizin und werden von dieser auch nicht anerkannt.

Letztendlich beruhen die hier aufgeführten Theorien und Anleitungen auf Erfahrungen einiger naturheilkundlicher Therapeuten und sind wirklich nur als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht. Auf keinen Fall ersetzen sie den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Deshalb meine Bitte: Lassen Sie alle Ihre Beschwerden und Erkrankungen schulmedizinisch abklären, bevor Sie sich selbst behandeln.


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