An meiner Pinnwand finden Sie wechselnde Informationen zur Naturheilkunde. Dabei handelt es sich um Themen, die mich beschäftigen oder bewegen, um Anregungen für Ihre Gesundheit, um Theorien zur Naturheilkunde, um Rezepte, Anleitungen, Gedichte oder Gedanken.

Und da ich als Heilpraktikerin die Welt nicht nur mit wissenschaftlichen Augen sehe, sondern auch geist-seelischen Prozessen einen großen Platz einräume, unterscheiden sich meine Theorien und Empfehlungen in diesen Artikeln von der pathophysiologischen Lehrmeinung der Schulmedizin und werden von dieser auch nicht anerkannt.

Letztendlich beruhen die hier aufgeführten Theorien und Anleitungen auf Erfahrungen einiger naturheilkundlicher Therapeuten und sind wirklich nur als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht. Auf keinen Fall ersetzen sie den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Deshalb meine Bitte: Lassen Sie alle Ihre Beschwerden und Erkrankungen schulmedizinisch abklären, bevor Sie sich selbst behandeln.

Montag, 20.04.2020

Löwenzahn - Der große Meister

von Melanie Aue

Man nennt ihn auch ehr­wür­dig den „Meis­ter des Hei­lens“. Das liegt vor allem daran, dass der Lö­wen­zahn eine star­ke Wir­kung auf den Stoff­wech­sel, die Bauch­spei­chel­drü­se, die Galle und die Niere hat. 
In der Li­te­ra­tur wird er als blut­bil­dend, blut­rei­ni­gend, harn­trei­bend und to­ni­sie­rend be­schrie­ben. 
Und genau des­halb ist er Be­stand­teil vie­ler Früh­jahrs­ku­ren. 

Gera­de jetzt wächst er auf Fel­dern, auf Wie­sen... ei­gent­lich über­all. Fas­zi­nie­rend, wie sich das zarte Pflänz­chen einen Weg durch jede Ritze im As­phalt zwängt. (Wäh­rend ich über diese au­ßer­ge­wöhn­lich auf­rich­ten­den Kräf­te ent­zückt bin, ist mein Mann dar­über üb­ri­gens we­ni­ger gut ge­launt...;) )
Aber, dass er so über­reich in vie­len Ge­bie­ten vor­kommt, hat, wie alles in der Natur, sei­nen Sinn. Denn der Lö­wen­zahn kann Gifte aus dem Boden auf­neh­men und die­sen damit wie­der rei­ni­gen. So gilt der Lö­wen­zahn als eine Zei­ger­pflan­ze: Wenn nur noch er auf den Wie­sen wächst, ist das ein Hin­weis auf mas­sen­haft ein­ge­setz­te Pes­ti­zi­de oder Dün­ger. 

Ver­zehrt oder als Tee ge­trun­ken regt der Lö­wen­zahn die Leber- und Nie­ren­funk­ti­on im Kör­per an und för­dert da­durch die Rei­ni­gungs- und Aus­schei­dungs­pro­zes­se. Seine Bit­ter­stof­fe ak­ti­vie­ren den Stoff­wech­sel und regen die Bil­dung von Ma­gen­saft und Galle an. Und ganz ne­ben­bei er­setzt er jede Mi­ne­ral­stoff­pil­le und dient mit den Vit­ami­nen A, B, C, D und E.

Foto: Lilli Aue©

 

Im Grun­de ist der Lö­wen­zahn eine der Per­len in der Na­tur­heil­kun­de mit einem un­glaub­lich brei­ten Spek­trum an Heil­kraft. So konn­ten in ex­pe­ri­men­tel­len Un­ter­su­chun­gen viele po­si­ti­ve Ei­gen­schaf­ten, unter an­de­rem sogar eine hem­men­de Wir­kung auf Viren und Ent­zün­dun­gen be­ob­ach­tet wer­den. 

 

So kön­nen Sie Lö­wen­zahn ver­wen­den

Eins vor­weg: Sie soll­ten Lö­wen­zahn nicht an­wen­den bei einem Ver­schluss der Gal­len­we­ge, bei Gal­len­stein­lei­den oder einem Darm­ver­schluss. Auch Kin­der soll­ten nur sehr, sehr wenig die­ser bit­te­ren Pflan­ze zu sich neh­men. An­sons­ten sind die Blü­ten, die Blät­ter, die Stän­gel und die Wur­zeln ver­wert­bar.

 

Blät­ter

Sie sind recht bit­ter und wir­ken harn­trei­bend.
Schnei­den Sie sie ein­fach klein und geben Sie die Blät­ter Ihrem Ge­mü­se oder Obst bei.

 

Wur­zeln

Im März schme­cken die Wur­zeln noch sehr bit­ter. Das Früh­jahr ist auch nicht die rich­ti­ge Jah­res­zeit für eine Ernte von Wur­zeln. Hier­für eig­net sich der Herbst. Gera­de im Ok­to­ber ent­hält die Lö­wen­zahn­wur­zel na­tür­li­ches Inu­lin und schmeckt da­durch süß­li­cher.

Lö­wen­zahn­wur­zeln för­dern die Ver­dau­ung und sol­len den Cho­les­te­rin- und Blut­zucker­spie­gel po­si­tiv be­ein­flus­sen. Sie kön­nen sie wie Pe­ter­si­li­en­wur­zel der Suppe bei­ge­ben. Frü­her (und das kann man na­tür­lich heute auch noch tun) wur­den die Wur­zeln als Kaf­fee­er­satz ge­hackt, ge­rös­tet u. ge­mah­len.   

 

Stän­gel

Ent­ge­gen der Volks­mei­nung ist der Milch­saft in den Stän­geln nicht gif­tig. Man kann ganz wenig der bit­te­ren Stän­gel sogar es­sen…A­ber das ist schon eine wirk­li­che Her­aus­for­de­rung. 
Man ge­braucht den Saft aus den Stän­geln eher gegen War­zen und Hüh­ne­rau­gen. Da der Milch­saft aber hautrei­zend ist, soll­ten Sie ihn nur punk­tu­ell auf­tup­fen und die um­ge­ben­de Haut schüt­zen. 

 

Blü­ten und Knos­pen

Sie kön­nen die Blü­ten und Knos­pen ein­fach vier Mi­nu­ten blan­chie­ren und zu Ihrem Ge­mü­se essen,

oder auch als Tee ge­nie­ßen: 
1 Tl Blü­ten/ Tasse, mit ko­chen­dem Was­ser über­brü­hen      
10 Mi­nu­ten zie­hen las­sen.
Trin­ken Sie 3-4 Tas­sen pro Tag als Kur für 4-6 Wo­chen.  

Ein Öl aus Lö­wen­zahn­blü­ten soll bei ver­krampf­ten Mus­keln und schmer­zen­den Ge­len­ken hel­fen. 

 

Lö­wen­zahn­öl

Foto: Lilli Aue©

Pflücken Sie an einem son­ni­gen Tag Lö­wen­zahn­blü­ten, über­gie­ßen Sie diese in einem Schraub­glas mit gutem Oli­ven­öl und las­sen Sie das Ganze an einem hel­len Ort ste­hen. Nach vier Wo­chen fil­trie­ren Sie das Öl und schon kön­nen Sie das Mas­sa­ge­öl ver­wen­den. Was Sie nicht so­fort ge­brau­chen, heben Sie ein­fach in einer dunklen Fla­sche licht­ge­schützt auf.

 

 

 

 

 

Lö­wen­zahn­si­rup
Pflücken Sie an einem son­ni­gen Tag etwa 200 g Lö­wen­zahn­blü­ten. Für einen mil­den Sirup ver­wen­den Sie nur die hell­gel­ben Zun­gen­blü­ten. Diese wer­den mit etwa 1 Liter Was­ser über­gos­sen und kurz zum Ko­chen ge­bracht. Las­sen Sie diese Mi­schung über Nacht ste­hen. 
Am nächs­ten Tag sei­hen Sie den Tee ab (gut aus­drücken) und geben 1 kg Zu­cker und den Saft und Abrieb einer Bio-Zitro­ne dazu. Las­sen Sie diese Mi­schung so lange ein­ko­chen, bis eine si­ru­par­ti­ge Masse ent­steht. 

Den Lö­wen­zahn­si­rup kön­nen Sie zum (spar­sa­men) Süßen von Tee oder Spei­sen ver­wen­den. 

Foto: Lilli Aue©

 

Schnell­rei­ni­gungs­kur am Wo­che­n­en­de

Ste­chen Sie je­weils am Vora­bend einen fri­schen Lö­wen­zahn mit­samt Wur­zel aus dem Rasen und rei­ni­gen Sie die­sen gründ­lich. Vor dem Früh­stück am nächs­ten Mor­gen schnei­den Sie den Lö­wen­zahn klein und über­gie­ßen ihn mit 1 l ko­chen­dem Was­ser. Las­sen Sie den Tee 10 Mi­nu­ten zie­hen und trin­ken Sie den gan­zen Liter schluck­wei­se in­ner­halb von 15 Mi­nu­ten. 

Ach­tung: diese Kur kann den Stoff­wech­sel ganz schön in Schwung brin­gen…;) Wen­den Sie die Kur nicht an bei einem Ver­schluss der Gal­len­we­ge, bei Gal­len­stein­lei­den oder einem Darm­ver­schluss.

 

Li­te­ra­tur

*Quel­le Je­re­my Ross: Kli­ni­sche Ma­te­ria me­di­ca, 2. Auf­la­ge; ISBN 9783864010316; ver­lag sys­te­mi­sche me­di­zin
 

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