Montag, 27.07.2020

Ötzi und die Akupunktur

von Melanie Aue

Der Fund einer Eis-Mumie in den Ötz­ta­ler Alpen im Jahre 1991 hatte für die Me­di­zin­ge­schich­te fas­zi­nie­ren­de Er­kennt­nis­se zur­fol­ge. Nicht nur, dass sich in sei­ner Gür­tel­ta­sche Heil­pil­ze für die Wund­hei­lung und gegen Ma­gen­be­schwer­den be­fan­den, durch ge­naue Un­ter­su­chun­gen Ötzis stell­te man Er­kran­kun­gen fest wie Band­schei­ben­ver­schleiß, Ar­te­ri­en­ver­kal­kung und Gal­len­stei­ne.

Überaus be­deu­tend für die Na­tur­heil­kun­de sind je­doch seine Tä­to­wie­run­gen, die genau an den Stel­len des Kör­pers vor­ge­nom­men wur­den, die den Aku­punk­tur­punk­ten für seine Krank­hei­ten ent­spre­chen. Und für die Na­tur­heil­kun­de be­deu­tet das, dass die Lehre der Ener­gie­bah­nen und die Lehre der Aku­punk­tur, die bis­her der chi­ne­si­schen Me­di­zin zu­ge­ord­net wer­den, auch in un­se­rer Kul­tur um ca. 3000 v. Chr. an­ge­wandt wor­den zu sein scheint.

 

Die Aku­punk­tur

Ur­sprüng­lich stammt die Aku­punk­tur aus dem Scha­ma­nis­mus, der Me­di­zin der Na­tur­völ­ker. Viele die­ser Na­tur­völ­ker glaub­ten, dass eine Krank­heit wie ein „bö­ser Geist“ ist, der in den Men­schen ein­dringt und Un­heil an­rich­tet. So bohr­te man mit Hölz­chen oder Stein­chen klei­ne Lö­cher in den Kör­per, durch wel­che der bösen Geist wie­der ent­wei­chen konn­te. Lei­der war bei die­ser Metho­de nicht immer im Vor­feld klar, wer von bei­den die „Ur-Aku­punk­tur“ über­leb­te: der Mensch oder der böse Geist…

Vi­el­leicht wurde des­halb die Metho­de immer wei­ter ver­fei­nert. So­wohl von der Tech­nik her und den dafür not­wen­di­gen Werk­zeu­gen, als auch die Aus­wahl der Lö­cher wur­den immer dif­fe­ren­zier­ter.

Heute ken­nen wir etwa 360 Aku­punk­tur­punk­te. Ei­ni­ge davon sind über­aus ef­fek­tiv und wich­tig, an­de­re we­ni­ger.

 

Und - wirkt so eine Aku­punk­tur wirk­lich?

Was un­se­re west­li­che Me­di­zin na­tür­lich immer wie­der be­schäf­tigt hat, ist die Frage, warum nun Aku­punk­tur über­haupt wirkt. Warum ein Ein­stich mit einer Nadel an der Hand zu einer Ver­bes­se­rung des Hus­tens führt. Oder eine Nadel im Fuß den Stress re­du­ziert. Warum eine Aku­punk­tur am Un­ter­arm hilf­reich ist bei Übel­keit und Er­bre­chen- und das nicht nur bei einem In­fekt des Ma­gens, son­dern sogar in der Schwan­ger­schaft.

 

Die (wis­sen­schaft­li­chen…) Er­klä­run­gen rei­chen von „durch die Nadel aus­ge­üb­te Im­pul­se auf das Ner­ven­sys­tem, über Re­ak­ti­on des Kör­pers auf die zu­ge­führ­te Wunde usw. Und wäh­rend wir uns hier im Wes­ten den Kopf dar­über zer­bre­chen, warum nun die Aku­punk­tur wirkt, sagen die Chi­ne­sen: „Wa­rum fra­gen, wie etwas funk­tio­niert, wenn es funk­tio­niert!“ Denn schließ­lich än­dert es nichts daran, dass es funk­tio­niert.* Wie auch immer. Ver­mut­lich ist es un­se­re Men­ta­li­tät, die für alles Er­klä­run­gen sucht. Und ei­gent­lich ist es auch gut so. Das, was ich be­denk­lich finde, ist die Ei­gen­art, die Na­tur­heil­kun­de als un­wirk­sam hin­zu­stel­len, nur weil man die Er­klä­rung für ei­ni­ge Um­stän­de noch nicht ge­fun­den hat. Aber das ist ein an­de­res Thema;). 

 

*Ge­org Wei­din­ger - Hei­lung der Mitte

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Und da ich als Heilpraktikerin die Welt nicht nur mit wissenschaftlichen Augen sehe, sondern auch geist-seelischen Prozessen einen großen Platz einräume, unterscheiden sich meine Theorien und Empfehlungen in diesen Artikeln von der pathophysiologischen Lehrmeinung der Schulmedizin und werden von dieser auch nicht anerkannt.

Letztendlich beruhen die hier aufgeführten Theorien und Anleitungen auf Erfahrungen einiger naturheilkundlicher Therapeuten und sind wirklich nur als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht. Auf keinen Fall ersetzen sie den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Deshalb meine Bitte: Lassen Sie alle Ihre Beschwerden und Erkrankungen schulmedizinisch abklären, bevor Sie sich selbst behandeln.


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