Samstag, 05.09.2020

Wärmekicks gegen Winterkälte

von Melanie Aue

Sie zäh­len zu den fro­st­emp­find­li­chen Men­schen und über­ste­hen den Win­ter nur mit Puls­wär­me­rn, Woll­müt­ze und Kirsch­kern­säck­chen? Dann habe ich hier für Sie klei­ne Wär­me­kicks gegen Win­ter­käl­te parat. 

Zum Wär­men und zum Wohl­füh­len.

Die Mo­xi­bus­ti­on 

- kurz Moxen - wurde in China schon weit vor un­se­rer Zeit­rech­nung ge­nutzt. Das be­le­gen Gr­ab­fun­de von um 4000 v. Chr. Wie genau man das Moxen der­zeit an­ge­wen­det hat, lässt sich na­tür­lich nicht mehr klä­ren. „Erst“ in Schrif­ten um etwa 2600 v. Chr. wer­den ge­naue An­wei­sun­gen dazu ge­ge­ben.

 

Bei der Mo­xi­bus­ti­on ver­glimmt Bei­fuß­kraut über einem Aku­punk­tur­punkt. Schmerz­haft ist das nicht. Aber wohl­tu­end. Und an­ders als bei einer Wärm­fla­sche oder einem Ka­chel­ofen, dringt nach An­sicht der TCM die Hitze des Krauts tief in die Haut und die Mus­ku­la­tur ein. Dabei ist die Wir­kung viel tief­wir­ken­der als bei­spiels­wei­se die Ver­wen­dung einer In­fra­rot­lam­pe. Ent­spre­chend der Theo­rie der Chi­ne­si­schen Me­di­zin ak­ti­viert und ver­bes­sert die Mo­xi­bus­ti­on auf diese Weise den Stoff­wech­sel und die Sau­er­stoff­ver­sor­gung im Ge­we­be und damit auch die Funk­ti­on des Im­mun­sys­tems. 

Es gibt mitt­ler­wei­le sogar Un­ter­su­chun­gen, die be­le­gen sol­len, dass sich durch das Moxen an be­stimm­ten Aku­punk­tur­punk­ten die An­zahl der im­mu­n­ak­ti­ven, wei­ßen Blut­kör­per­chen er­höht. Gleich­zei­tig soll durch die tief ein­drin­gen­de Wärme in­ne­re Kälte ver­trie­ben und die Ge­sund­heit ge­för­dert wer­den.

Durch wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen hat man eine Viel­zahl von Be­stand­tei­len im Mox­a­kraut nach­wei­sen kön­nen, die das Wesen und die Wir­kungs­wei­se der Moxa-The­ra­pie er­klä­ren wol­len. So sind äthe­ri­sche Öle, Baum­har­ze, Vit­ami­ne, Eisen und Ma­gne­si­um Be­stand­tei­le des Krau­tes. 
Um be­son­ders hoch­wer­ti­ges Mox­a­kraut zu ge­win­nen, wird der Bei­fuß im fünf­ten Monat des Mond­ka­len­ders ge­ern­tet. Es wird ge­trock­net, zer­rie­ben und zehn Jahre lang auf­be­wahrt.

Aber egal wie alt das Mox­a­kraut ist, einen Nach­teil hat das Moxen mit Bei­fuß­kraut schon: Es riecht wirk­lich sehr ge­wöh­nungs­be­dürf­tig…

 

Ing­wer heizt von innen

Der Hüh­ner­sup­pe, dem Pfan­nen­ge­mü­se oder den Kek­sen ver­leiht er einen ge­wis­sen Pfiff: Vor allem wegen sei­nes scharf-wür­zi­gen Aro­mas fin­det Ing­wer viele Freun­de. Doch ist die Knol­le weit mehr als ein in­ter­essan­tes Ge­würz. Ing­wer ge­hört zu den ge­sün­des­ten Le­bens­mit­teln der Welt. In In­di­en, Süd­ost-Asien, West­afri­ka und in der Ka­ri­bik nutzt man die ge­sun­de Kraft des Ing­werr­hi­zoms seit mehr als 3000 Jah­ren.

Im Ayur­ve­da emp­fiehlt man bei be­gin­nen­der Er­käl­tung mehr­mals täg­lich einen wär­me­n­den Ing­wer­tee zu trin­ken. Die Scharf­stof­fe des Ing­wers sor­gen für eine stär­ke­re Durch­blu­tung der Na­sen­schleim­häu­te und die Ak­ti­vie­rung der kör­perei­ge­nen Wär­me­re­zep­to­ren. Da­durch wer­den Krank­heits­kei­me schnel­ler ab­trans­por­tiert, und das hilft eine Er­käl­tung be­reits im Keim zu er­sti­cken.

Hier­zu­lan­de ist der schnell her­ge­stell­te Ing­wer­trunk ge­ra­de in der Herbst- und Win­ter­zeit bei Frau­en sehr be­liebt und zum Wär­men bes­tens ge­eig­net. Die ge­sund­heits­för­dern­den In­haltss­tof­fe lösen sich bei die­ser Art der Zu­be­rei­tung al­ler­dings nur wenig. Die wert­vol­len äthe­ri­schen Öle und Scharf­stof­fe des Rhi­zoms sind näm­lich fett­lös­lich. In Asien be­rei­tet man sinn­vol­ler­wei­se den Ing­wer­trunk als Chai-Tee mit Milch zu. Die Fett­stof­fe in der Milch lösen ei­ni­ge der ge­sund­heits­för­dern­den Öle aus dem Ing­wer her­aus.

 
Ing­wer­trunk

ca 1,5 cm Ing­wer in klei­ne Schei­ben schnei­den, mit ko­chen­dem Was­ser über­gie­ßen und ca. 5-10 Mi­nu­ten zie­hen las­sen.

Quel­len
Syl­via Schnei­der: Tees zum Wohl­füh­len; Schrot und Korn: 12 / 2003
www.stern.de

 

Fuß­bä­der

Warme oder an­stei­gen­de Fuß­bä­der sind eine Wohl­tat. Dabei geht deren Nut­zen über eine rein wär­me­n­de Wir­kung hin­aus. Ent­spre­chend der Theo­ri­en der Chi­ne­si­chen Me­di­zin be­fin­det sich unter der Fuß­soh­le der An­fangs­punkt der Ener­gieleit­bahn der Nie­ren. Und die Nie­ren be­her­ber­gen die Kräf­te für die Wär­me­pro­duk­ti­on im Kör­per. 
Aber Fuß­bä­der kön­nen noch mehr: Sie för­dern das Wohl­be­fin­den und sol­len sogar auf­kei­men­de Er­käl­tun­gen im An­fangs­sta­di­um ku­pie­ren kön­nen. 

An­lei­tung Fuß­bad:
Baden Sie Ihre Füße pur, also nur im Was­ser, oder ver­wen­den Sie Zu­sät­ze wie Na­tron (3 Tl pro Fuß­wan­ne) oder ein­fa­ches Haus­halts­salz (9 g pro Liter Was­ser). Tro­cken Sie nach dem Fuß­bad die Füße gut ab und hal­ten Sie sie mit Woll­so­cken schön warm.

An­lei­tung an­stei­gen­des Fuß­bad:
Tau­chen Sie beide Beine in ca. 35 Grad Cel­si­us war­mes Was­ser. Durch lang­sa­mes Zu­lau­fen von war­mem Was­ser er­hö­hen Sie die Tem­pe­ra­tur des Was­sers auf 40 - 42 Grad Cel­si­us. Baden Sie Ihre Füße etwa 20 Mi­nu­ten und ruhen Sie noch 20 Mi­nu­ten nach. 

Wich­ti­ger Hin­weis:
Ver­zich­ten Sie auf Fuß­bä­der, wenn Sie Be­schwer­den mit dem Kreis­lauf, dem Blut­druck oder der Haut haben. 

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Wichtige Hinweise:

An meiner Pinnwand finden Sie vielfältige Informationen zur Naturheilkunde. Dabei handelt es sich um Theorien zur Naturheilkunde, um Rezepte, Anleitungen, um Anregungen für Ihre Gesundheit, Gedichte oder Gedanken.

Und da ich als Heilpraktikerin die Welt nicht nur mit wissenschaftlichen Augen sehe, sondern auch geist-seelischen Prozessen einen großen Platz einräume, unterscheiden sich meine Theorien und Empfehlungen in diesen Artikeln von der pathophysiologischen Lehrmeinung der Schulmedizin und werden von dieser auch nicht anerkannt.

Letztendlich beruhen die hier aufgeführten Theorien und Anleitungen auf Erfahrungen einiger naturheilkundlicher Therapeuten und sind wirklich nur als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht. Auf keinen Fall ersetzen sie den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Deshalb meine Bitte: Lassen Sie alle Ihre Beschwerden und Erkrankungen schulmedizinisch abklären, bevor Sie sich selbst behandeln.


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