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Monday, 02.01.2023

BH - Busenstar oder Krebsgefahr?

von Melanie Aue

Die Sitte, die Brüs­te zu be­de­cken oder zu stüt­zen, reicht min­des­tens bis ins Jahr 2500 v. Chr. zu­rück. Das wis­sen wir von Zeich­nun­gen aus dem an­ti­ken Grie­chen­land. So neu ist die Er­fin­dung des Büs­ten­hal­ters also nicht. Auch im Mit­tel­al­ter be­sa­ßen be­tuch­te Frau­en die­ses extra Tuch für die Brust, das un­se­rem heu­ti­gen Büs­ten­hal­ter schon sehr ge­äh­nelt haben soll. Ge­si­cher­te Auf­zeich­nun­gen al­ler­dings stam­men erst aus dem 19. Jahr­hun­dert, als rei­hen­wei­se ver­schie­dens­te Büs­ten­hal­ter­mo­del­le ins Pa­tent­amt ein­gin­gen, um das der­zeit schick­li­che, aber einen­gen­de Kor­sett oder Mie­der ab­zu­lö­sen.
Im Laufe der nächs­ten 100 Jahre er­leb­te der BH un­zäh­li­ge Ver­än­de­run­gen: So kam er in den 1920er Jah­ren kna­ben­haft daher, mit rund for­men­den Brüs­ten in den 1930ern und eher spitz mo­del­lie­rend in den 1950er Jah­ren. Heute gibt es ihn in allen Brust-Op­ti­mie­rungs-Va­ri­an­ten: mit ver­stärk­ten Körb­chen, mit oder ohne Bügel, aus Seide, Spit­ze oder Baum­wol­le, als Push-up, als Won­der­bra, wat­tiert, ver­stärkt, ver­grö­ßernd, ver­klei­nernd, schick, ver­füh­re­risch oder sport­lich. Aber... wie ge­sund ist ein BH für Rücken, Schul­tern und die Brust?

 

In die­sem Ar­ti­kel liest du

  • Kri­ti­sche Fra­gen zum BH
  • Un­ter­su­chun­gen von Ro­si­na Son­nen­schmidt und ei­ge­ne Ein­drücke

 

Kri­ti­sche Fra­gen

Be­reits in den 70er Jah­ren des vo­ri­gen Jahr­hun­derts kamen erste Mei­nun­gen auf, denen zu­fol­ge der BH den Blut- und Lym­ph­fluss störe und so zur Tu­mor­bil­dung in der Brust bei­tra­gen könne.

Ana­to­misch scheint diese An­nah­me durch­aus plau­si­bel zu sein. Vor allem, wenn die Körb­chen oder das Un­ter­brust­band zu eng sind, kann es durch die Ein­schnü­rung zu einer Be­ein­träch­ti­gung des Lym­ph­flus­ses kom­men. Dazu kom­men Ein­schnü­run­gen im Schul­ter­be­reich durch die Trä­ger und sogar ein Druck auf die Rip­pen durch be­gren­zen­de Un­ter­brust­bü­gel. In mei­ner Pra­xis kann ich be­stä­ti­gen, dass die meis­ten Frau­en im Be­reich des BH - Ver­schlus­ses Ver­här­tun­gen des Ge­we­bes oder Ver­span­nun­gen auf­wei­sen. Wo Ver­här­tun­gen und Ver­span­nun­gen sind, ist der Ener­gief­luss nicht har­mo­nisch. Und ein un­ge­stör­ter Fluss von Ener­gi­en und Säf­ten ist nach den Leh­ren der Chi­ne­si­schen Me­di­zin die Grund­vor­aus­set­zung für Ge­sund­heit und Wohl­be­fin­den. Kann im Ge­gen­zug ein un­voll­kom­me­ner Ener­gief­luss Krank­hei­ten der Or­ga­ne und Ge­we­be be­güns­ti­gen? 

 

Un­zu­läng­li­che Ant­wor­ten

In den gän­gi­gen Me­di­en wird na­he­zu durch­ge­hend Ent­war­nung ge­ge­ben. 2014 be­wies eine ame­ri­ka­ni­sche Stu­die mit 1500 post­me­no­pau­sa­len Frau­en*, dass Brust­krebs nicht mit dem Tra­gen eines BHs in Be­zie­hung steht. Auch an­de­re Ex­per­ten** schlie­ßen aus, dass Büs­ten­hal­ter ir­gen­det­was mit Krebs zu tun haben könn­ten. 

 

Aber wie das mit Stu­di­en so ist: 2004 gab es eine in­ter­essan­te Stu­die an 4700 Frau­en***, deren Er­geb­nis an­ders aus­fiel. Dort hieß es, dass Frau­en, die 24 Stun­den am Tag einen BH tra­gen, ein 125-mal hö­he­res Ri­si­ko haben, an Brust­krebs zu er­kran­ken und Frau­en, die ihren BH 12 Stun­den am Tag tra­gen, noch ein 21-mal hö­he­res Ri­si­ko. Und einer Stu­die zu­fol­ge, die im Eu­ro­pean Jour­nal of Can­cer ver­öf­fent­licht wurde, haben Frau­en, die kei­nen BH tra­gen, ein um mehr als die Hälf­te ver­rin­ger­tes Ri­si­ko an Brust­krebs zu er­kran­ken.

Eine Un­ter­su­chung auf an­de­rer Ebene stammt von Dr. Ro­si­na Son­nen­schmidt. Sie stell­te an den BHs elek­tro­ma­gne­ti­sche Be­las­tun­gen fest, die haupt­säch­lich durch die syn­the­ti­schen Fa­sern ver­ur­sacht sind. Da­durch kann es zu einer elek­tro­sta­ti­schen Auf­la­dung kom­men, die durch einen ein­ge­näh­ten Me­tall­bü­gel noch ver­stärkt wird und auch einen ge­sund­heit­li­chen Ein­fluss auf das Ge­we­be nimmt.

Es scheint so zu sein, dass die Stu­di­en immer im Sinne des Auf­trag­ge­bers aus­fal­len. Und wie auch immer Stu­di­en durch­ge­führt wer­den: Man kann nicht alles be­rück­sich­ti­gen. Un­ter­sucht wur­den mei­nes Wis­sens nur die Ge­fah­ren, an Krebs zu er­kran­ken. Krebs ist je­doch fast immer ein mul­ti­fak­to­ri­el­les Ge­sche­hen. Die Ur­sa­chen sind dem­nach in meh­re­ren Le­bens­be­rei­chen zu su­chen. Die Er­näh­rung und Ge­wohn­hei­ten, die Be­las­tun­gen durch Um­welt und Job, die Re­ge­ne­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten, die see­li­schen Be­find­lich­kei­ten... all das sind Le­ben­sum­stän­de, die un­se­re Ge­sund­heit be­ein­flus­sen. All das kann sich auf den Ener­gief­luss im Kör­per aus­wir­ken. Auf den Ener­gief­luss, der von außen nicht sicht­bar ist und der nie un­ter­sucht wurde. 

 

Wie auch immer. Die we­nigs­ten Frau­en wer­den auf den BH ver­zich­ten wol­len oder aus ge­sell­schaft­li­chen Grün­den dar­auf ver­zich­ten kön­nen. Aber wir haben immer die Wahl: Jede von uns Frau­en kann dafür sor­gen, dass der BH in Un­ter­brust­band und Körb­chen die rich­ti­ge Größe hat. Jede von uns kann selbst ent­schei­den, ob und wie viele Stun­den am Tag der BH ge­tra­gen wird und jede kann selbst ent­schei­den, aus wel­chen Ma­te­ria­li­en er ge­fer­tigt sein soll.

Aber wie auch immer wir uns ent­schei­den, nachts soll­te man auf den BH ver­zich­ten- außer wenn die­ser dazu dient, einen Kohl­wi­ckel oder eine Quar­kauf­la­ge zu fi­xie­ren.:)

 

 

__________

 

* Chen L, Ma­lo­ne KE, Li CI. Bra wea­ring not as­so­cia­ted with breast can­cer risk: a po­pu­la­ti­on-based case-con­trol study. Can­cer Epi­de­mi­ol Bio­markers Prev. 2014 Oct;23(10):2181-5. Quel­le: http://www.cars­tens-stif­tung.de/ar­ti­kel/bhs-sind-si­cher.html

** Prof. Jens Bloh­mer, Lei­ter der Kli­nik für Gynä­ko­lo­gie und des Brust­zen­trums, Cha­rité-Uni­ver­si­täts­me­di­zin Ber­lin

*** Ver­öf­fent­licht in der Zeit­schrift „Na­tur und Hei­len“ 2/2005

 

Quel­len

https://www.heil­pra­xis­net.de/na­tur­heil­pra­xis/be­kom­men-frau­en-vom-tra­gen-eines-bhs-brust­krebs-2016050564976/

http://www.zen­trum-der-ge­sund­heit.de/brust­krebs-durch-bh-ia.html

http://de.wi­ki­pe­dia.org/wiki/B%C3%BCs­ten­hal­ter

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Ar­ti­kel 02.02.2023

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Und da ich als Heilpraktikerin die Welt nicht nur mit wissenschaftlichen Augen sehe, sondern auch geist-seelischen Prozessen einen großen Platz einräume, unterscheiden sich meine Theorien und Empfehlungen in diesen Artikeln von der pathophysiologischen Lehrmeinung der Schulmedizin und werden von dieser auch nicht anerkannt.

Letztendlich beruhen die hier aufgeführten Theorien und Anleitungen auf Erfahrungen einiger naturheilkundlicher Therapeuten und sind wirklich nur als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht. Auf keinen Fall ersetzen sie den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Deshalb meine Bitte: Lass alle deine Beschwerden und Erkrankungen schulmedizinisch abklären, bevor du dich selbst behandelst.


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