
Thursday, 23.04.2026
Dein Essen: Getreide vs. Low carb
Getreide enthält Kohlenhydrate. Viel Kohlenhydrate. Und Kohlenhydrate machen dick. Sie machen auch krank. Sie sind Verursacher für Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck. Und dennoch empfiehlt die Chinesische Medizin, viel Getreide zu essen. Wie passt das zusammen?
Darum geht es im folgenden Artikel. Und dazu bekommst du ein paar Anregungen für eine Mahlzeit aus vollem Getreide - und voller Qi.
Inhalt
- Gesundheit und Vitalität mit Qi
- Getreide und sein Klebeeiweiß Gluten
- Und auch das ist im Getreide enthalten
- Getreide sind Körner
- Fazit: Getreide oder lieber doch Low Carb?
Rezepte
- So kochst du Getreidekörner
So kannst du mit Getreidekörnern deine Mahlzeit aufpeppen - Brot - ohne Gluten, Hefe und Triebmittel - dafür mit Saaten und Samen

Jeder, der sich bereits mit der Ernährung beschäftigt hat, weiß, dass Kohlenhydrate für einen gesteigerten Blutzuckerspiegel verantwortlich sind und ebenso für Heißhungerattacken oder auch für Übergewicht...
Ja, und das stimmt, wenn man unter Getreide Auszugsmehl, Gebäck, Nudeln, Flakes, Pops oder sonstige hochverarbeitete Getreideprodukte versteht. Da macht es auch wenig Unterschied, ob sie aus Dinkel, Weizen, Hafer oder Gerste hergestellt wurden. Und auch wenn Früchte und Vitamine enthalten sind, macht es sie nicht gesünder. Und wenn Zucker enthalten ist, schon gar nicht.
Eiweiß dagegen baut Fett ab und Muskelmasse auf. Das hört sich erst einmal gesund an und öffnet die Pforten für eine ungezügelte Ernährung mit Fleisch, Milch, Käse und Co. Nicht nur die Chinesische Medizin kann dieser eiweißbetonten Ernährungsempfehlung nichts, also rein gar nichts abgewinnen, sondern auch die alten Heilkundigen würden sich die Haare raufen. Dr. Bruker*, ein Ernährungsmediziner, der bereits in den 1970er Jahren viele Ratgeber geschrieben hat, hielt sich immer an die Natur. An natürliche Ernährung. Eiweiß brauchen wir. Eiweiß ist gut und wichtig. Es ist enthalten in Reis, Hirse, Haferflocken, Quinoa, Hülsenfrüchten, Mandeln, Nüssen und Samen. Und natürlich in Milch, Käse, Fleisch und Fisch. Allerdings riet Dr. Bruker bereits damals zu einem Verzicht auf tierisches Eiweiß. Dieses führe zu einer Übereiweißung mit der Neigung, an einer oder mehreren der vielen Zivilisationserkrankungen zu erkranken. Anstatt auf die Eiweiße und Kohlenhydrate zu schauen, sollte die Nahrung lieber vollwertig sein. Vollwertig und lebendig.
Gesundheit und Vitalität mit Qi
Wenn du Qi isst,
nimmst du Qi auf.
Willst du vital und lebendig sein, benötigst du Vitalstoffe.
Vitalstoffe sind nicht gleich Nährstoffe.
Nährstoffe können im Labor hergestellt werden, Vitalstoffe nicht. Nährstoffe nähren dich, und das ist natürlich wichtig. Aber Vitalstoffe machen dich lebendig. Und deshalb mochte Dr. Bruker die Vollwerternährung. Und die Chinesische Medizin mag sie auch. Im alten China war Getreide das Basic einer Mahlzeit. 50 - 60 % der täglichen Ernährung bestand aus ganzen oder geschroteten Getreidekörnern, wobei auch Reis zu den Getreidearten gezählt wird.
Wie wertvoll Getreide ist, lässt sich auch ohne Labor erahnen: In einem Getreidekorn steckt ein ganzes Leben, denn ein Korn enthält alle Grundlagen, um eine neue Pflanze zu werden. Sie benötigt lediglich die Elemente Wärme und Licht, Wasser und Erde. Diese Wuchs- und Vermehrungskraft des Getreides zeigt eine große Menge an Lebensenergie Qi an. Und wenn du Qi isst, nimmst du Qi auf. Und Qi ist die Grundlage für Kraft und Energie, für den Aufbau von Zellen und Blut und auch für eine gute Abwehr.

Getreide und sein Klebeeiweiß Gluten
Getreide gehört zu den natürlichsten Grundnahrungsmitteln überhaupt. Allerdings ist das Getreide in den letzten Jahren in Verruf geraten. Stoffwechselstörungen, Übergewicht und Glutenunverträglichkeit sind nur wenige Symptome, die auf das Konto des Getreides gehen. Die Ursachen dafür liegen in Wahrheit jedoch nicht im Getreide an sich. Es sind nicht die Körner, die Probleme bereiten. Es ist die starke Verarbeitung zu Auszugsmehlen. Und die Fülle, das Zuviel, die Seuche unserer Zeit. Brötchen, Brot, Kuchen und Kekse. Genauso Pfannkuchen, Pizza, Wraps und Nudeln. Was in diesen Lebensmitteln noch ganz offensichtlich als Mehlprodukt zu erkennen ist, versteckt sich jedoch in Pommes, paniertem Schnitzel, Semmelknödeln, Pudding, Chips und nahezu in sämtlichen Fertigprodukten. Sie alle enthalten Mehl, Auszugsstoffe davon oder Gluten.
Gluten ist das Klebeeiweiß im Getreide, das, was ein Gebäck so schön fluffig und elastisch macht. In den letzten Jahrzehnten ist unser Getreide, vor allem der Weizen, hochgezüchtet worden. Eben weil sich daraus so gut Brötchen, Brot und Torten backen lassen. So wurden Weizensorten gezüchtet, die mehr und mehr Gluten enthalten, die bessere Anbau-, Ernte- und Backeigenschaften haben. Die körperlichen Reaktionen auf das Überangebot an hochgezüchtetem Weizen sind eine logische Konsequenz dieses Eingriffs in die Natur. Es gibt zunehmend Unverträglichkeiten. Menschen mit einer Glutenallergie, der Zöliakie, können ein Lied davon singen.
| viel Gluten | wenig Gluten | kein Gluten | ||
|---|---|---|---|---|
| Weizen Dinkel Grünkern Roggen Gerste Kamut u.a. | Hafer Wildreis | Hirse Mais Reis Buchweizen Amaranth Quinoa | ||
| Fertigprodukte Kartoffelchips Nudeln Wraps Pizza... | ||||

Und dennoch lieben wir in der Chinesischen Medizin Getreide, weshalb es 50-70 % der Nahrungsmittel ausmachen darf.
Und auch das ist im Getreide enthalten
Also erst einmal Energie Qi. Und dann enthält es neben Kohlenhydraten auch Eiweiß, Mineralien, Vitamine und Ballaststoffe. Jedoch nicht im Auszugsmehl. Weißes Mehl ist quasi tot. Es lässt den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen und belastet den Körper. Die Chinesische Medizin nennt diese Wirkung von Weißmehl "befeuchtend". Und sie meint damit, dass ungünstige Nässe im Körper entsteht. Nässe, die sich in Ödemen ebenso zeigen kann wie in einer Gewichtszunahme, in Verdauungsschwäche und Blähungen, in Infektanfälligkeit mit Schleim aus Nase, Bronchien oder Genitalien oder in Gelenkschmerzen.
Deshalb die Empfehlungen der Chinesischen Medizin: Iss lebendiges Getreide mit Gemüse und ein bisschen Obst. Verzichte aber auf Mehl und Mehlprodukte, denn sie sind es, die dich krank machen können. Die sind es, die dich dick machen.
Getreide sind Körner
Mit Getreide meine ich Körner. Gekochte, ganze Körner. Oder auch mal geschrotete oder gemahlene Körner. Je stärker Getreide vermahlen und verarbeitet ist, desto krankmachender ist die Wirkung. Wenn ich also von Getreide spreche, meine ich in der Regel ganze, gekochte, geschrotete oder geflockte Körner. Denn diese haben nach der Chinesischen Medizin folgende Wirkungen:
- Sie stärken die Energie Qi und damit die Vitalität im Körper.
- Sie bauen Substanz und Energie auf.
- Sie sind thermisch nahezu neutral, so dass sie von Kälte- und Hitzetypen gegessen werden können.
- Sie stärken die Stoffwechselorgane und den Verdauungstrakt.
- Sie leiten ein Zuviel an Nässe aus und können die dadurch bedingten Symptome (wie Ödeme, Akne oder Cholesterinämie...) positiv beeinflussen.
Ist dein Verdauungssystem stark geschwächt, was bedeutet, dass du Durchfall, Blähungen oder einen empfindlichen Magen hast, solltest du deinen Stoffwechsel erst langsam an gekochte Körner gewöhnen. Hier empfiehlt es sich, erst Schrot oder Grieß zu kochen. Auch Bulgur, Couscous, weißer Reis oder Flocken sind in der Regel gut verdaulich. Je schwächer dein Verdauungssystem ist, desto weniger verschiedene Nahrungsmittel und Getreidesorten solltest du miteinander kombinieren. Nur Hafer, nur Dinkel oder nur Hirse sind deutlich einfacher zu verstoffwechseln als Mischungen davon.

Fazit: Getreide oder lieber doch Low Carb?
Getreide ist als Grundnahrungsmittel überaus gesund,...wenn du die ganzen, gekochten Körner als Flocken oder Grieß isst. Eine Ernährung, basierend auf 'Low Carb' ist ebenfalls gesund, wenn du den Eiweißbedarf mit natürlicher Nahrung aus Hülsenfrüchten, Nüssen, Saaten und Samen deckst. Und wenn du magst, auch weeeeenig tierische Produkte wie Eier oder Milchprodukte.
Im Grunde kommt es also ganz auf dich an. Womit fühlst du dich wohl? Was macht dich satt? Was macht dich zufrieden? Und egal, welche Ernährungsform du wählst, verzichte auf stark verarbeitete Nahrungsmittel, denn die sind tot. Sie haben den Begriff Lebensmittel nicht mehr verdient.
Rezepte
So kochst du Getreidekörner
Du brauchst
300 g Körner (z.B. Dinkel, Weizen, Grünkern)
750 g Wasser
etwas Salz
Vorbereitung am Vorabend
Wasche die Getreidekörner in einem Sieb mit kaltem Wasser gründlich ab.
Anschließend gibst du sie mit ca. 450 ml Wasser in eine Topf und lässt sie über Nacht einweichen.
Das Einweichen reduziert Phytin, einen Pflanzenstoff, der im Herbst das zu frühe Keimen verhindert. Phytin kann die Verdaulichkeit beeinflussen und die Stoffwechselorgane belasten. Durch das Einweichen aktiviert sich Phytase, ein Enzym, das keimhemmendes Phytin abbaut und damit eine bessere Verdaulichkeit von Getreidekörnern bewirkt.
...Ohne Einweichen funktioniert es natürlich auch. Dann verdoppelst du die Koch- und die Quellzeit.
Zubereitung
Lass die Körner samt Einweichwasser und den restlichen 300 ml Wasser etwa 45-50 Minuten auf mittlerer Stufe köcheln.
Danach gibst du Salz zum Getreide und lässt es etwa 1 Stunde mit geschlossenem Deckel ausquellen.
Durch das Kochen werden die Pflanzenzellen aufgeschlossen und durch das anschließende Ausquellen erhöht sich die Verfügbarkeit der Inhaltsstoffe. Beides verbessert die Bekömmlichkeit und die Pflege der Stoffwechselorgane.
Übrigens, das Salz wird erst nach dem Kochvorgang zugegeben, damit sich das Korn ungestört öffnen kann.
Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich das gekochte Getreide eine Woche. Spüle es lediglich vor dem Verzehr mit kaltem Wasser noch einmal ab.
So kannst du mit Getreidekörnern deine Mahlzeit aufpeppen
Gerade weil gekochte Getreidekörner so voller Vitalstoffe stecken, können sie nahezu jede Mahlzeit bereichern. Gib ein oder zwei Esslöffel über deinen Auflauf, in deine Suppe oder als Topping auf deinen Blattsalat. Das erhöht das Sättigungsgefühl und reduziert den Heißhunger. Probiere es aus.
Brot - ohne Gluten, Hefe und Triebmittel - dafür mit Saaten und Samen
Zutaten
120g Haferflocken ganz (ggf. glutenfrei)
120g Haferflocken fein gemahlen (ggf. glutenfrei)
200g Sonnenblumenkerne
80g Leinsamen ganz
80g Leinsamen geschrotet
80g Kürbiskerne
30g Chiasamen
30g Flohsamenschalen
1 ½ Tl Salz
2 El Öl
500 - 560 ml lauwarmes Wasser
Mischen und Backen
Alles miteinander vermischen und in eine eingeölte Form geben. Ich verwende drei 580ml Gläser von Weck, weil dadurch so schöne, runde Scheiben entstehen. Es geht aber auch jede andere Form, beispielsweise eine Königskuchen- oder Brotform.
Den Teig in der Form 1 bis 2 Stunden quellen lassen und anschließend im
--> vorgeheizten Ofen bei 200°C Ober- und Unterhitze
--> 70 Minuten backen.
TIPPS
Gib zum Teig können weitere Zutaten wie Nüsse, Samen, Sprossen… Ganz nach deinem Geschmack.
Wenn du Weckgläser benutzt:
- das Rost vor dem Aufheizen des Backofens herausnehmen, da die Gläser durch den großen Temperaturunterschied springen können.
Du kannst natürlich auch ein größeres Weckglas nehmen, achte aber darauf, dass die Öffnung größer als der Boden ist, sonst gleitet das Brot nicht heraus. - Zum Herauslösen des Brotes einfach mit einem Messer am Glasrand entlangfahren.
- Verschließt du die Weckgläser nach dem Backen mit einem Gummi und Deckel, hält sich das Brot im Kühlschrank über ein bis zwei Wochen.
_____Oktober 2025 ___________:)
*Max Otto Bruker (1909 - 2001) Befürworter der vitalstoffreichen Vollwertkost.
Quellen
Eigene Aufzeichnungen aus meinen Ausbildungen
Dr. med Georg Weidinger: Die Heilung der Mitte - ISBN 978-3-85068-864-2 - sehr lesenswert
Mike Mandl: Du bist, was du isst: Karma à la carte - ISBN 978-3991140764
Checkliste Chinesische Diätetik; ISBN 978-3-8304-7394-7
https://www.ernaehrungsberatung-wien.at/blog/schlechte-kohlenhydrate-gute-kohlenhydrate-die-sicht-der-tcm-auf-low-carb
Wichtige Hinweise:
In meinem Blog 'Natürlich. Gut zu wissen' findest du vielfältige Informationen zur Naturheilkunde. Dabei handelt es sich um Theorien zur Naturheilkunde, um Rezepte, Anleitungen, um Anregungen für Ihre Gesundheit, Gedichte oder Gedanken.
Und da ich als Heilpraktikerin die Welt nicht nur mit wissenschaftlichen Augen sehe, sondern auch geist-seelischen Prozessen einen großen Platz einräume, unterscheiden sich meine Theorien und Empfehlungen in diesen Artikeln von der pathophysiologischen Lehrmeinung der Schulmedizin und werden von dieser auch nicht anerkannt.
Letztendlich beruhen die hier aufgeführten Theorien und Anleitungen auf Erfahrungen einiger naturheilkundlicher Therapeuten und sind wirklich nur als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht. Auf keinen Fall ersetzen sie den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Deshalb meine Bitte: Lass alle deine Beschwerden und Erkrankungen schulmedizinisch abklären, bevor du dich selbst behandelst.

