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Friday, 13.06.2025

Erschöpfung und Schwäche - Wo ist dein Happy-Qi ?

von

Hand aufs Herz... hüpfst du mor­gens gut ge­launt und aus­ge­schla­fen aus dei­nem Bett in Er­war­tung an einen neuen wun­der­vol­len Tag vol­ler Aben­teu­er? Bist du vol­ler Vor­freu­de an die Vor­ha­ben des Tages, vol­ler Eu­pho­rie und Ta­ten­drang? Ja? Dann spürst du diese Fülle an Ener­gie, die dich wie ein Kind füh­len lässt. Ein Kind, das un­be­küm­mert hüpft und tanzt, das lacht und quietscht, klatscht und sich mit­teilt, manch­mal den gan­zen Tag lang. Diese Ener­gie macht dich glück­lich. Sie be­schenkt dich mit un­bän­di­gem Eifer. 

Oder quälst du dich mor­gens schlecht ge­launt aus dem Bett, schleppst dich zu dei­nen Ter­­mi­­nen und sehnst dich schon am Mon­tag nach dem nächs­ten Wo­che­n­en­­de? Ob­wohl die Wo­che­n­en­den über­haupt nicht mehr aus­rei­chen, um wie­der in eine Kraft zu kom­men... Es braucht einen Ur­laub. Einen laaaan­gen Ur­laub oder bes­ser noch, ein Jahr Aus­zeit. Oder gleich meh­re­re Jahre. Jahre ohne Job und ohne Ver­pflich­tun­gen.
Ja? Wo ist deine Ener­gie ge­blie­ben? Warum scheint sie er­lo­schen? Und vor allem, woher be­kommst du neue? Diese Fra­gen möch­te ich aus Sicht der Chi­ne­si­schen Me­di­zin in die­sem Bei­trag er­läu­tern:

  • Er­schöp­fung und Schwä­che - wo ist dein Happy-Qi ?
  • Sym­pto­me eines Ener­gie­man­gels dei­ner Nie­ren
  • Ge­win­­­ne neue Ener­­­gie: Quel­len des Qi - Quel­len dei­­ner Le­­bens­e­ner­­gie
  • Qi-rei­che Er­näh­rung
  • Qi-rei­che At­­mung
  • Übung Atem­strö­men
  • Qi-Übung: Strei­chen der Kör­per­mit­tel­li­nie
  • Was noch Qi macht
  • Ener­gie­power in mei­ner Pra­xis
Foto von Fuu J auf Uns­plash - thanks:)

 

Er­schöp­fung und Schwä­che - wo ist dein Happy-Qi ?

In der Chi­ne­si­schen Me­di­zin sind es die Nie­ren, die Ener­gie spei­chern. Die jene Sub­stan­zen emp­fan­gen und auf­be­wah­ren, wel­che ver­hin­dern, dass du dich er­schöpfst, aus­brennst oder auf dem Zahn­fleisch läufst. Wir nen­nen sie Nie­ren-Yin. Die­ses Nie­ren-Yin ist Grund­la­ge für alles, was im Kör­per ge­bil­det wird. Sie ist das Fun­da­ment für deine Kno­chen oder deine Zähne. Sogar für dein Blut. Ein biss­chen der Ener­gie, die wir zum Leben auf der Erde be­nö­ti­gen, stammt aus vor­ge­burt­li­cher Zeit, von un­se­ren El­tern. Dar­über liest du im Bei­trag Das Jing - Quel­le dei­­ner Kon­s­ti­tu­ti­on. Von die­ser vor­ge­burt­li­chen Ener­gie hat manch einer mehr, ein an­de­rer we­ni­ger. Aber das ist nicht aus­schlag­ge­bend für deine Schwä­che. Es ist eher das Nie­ren-Yin, die nach­ge­burt­li­che Ener­gie, die die Ur­sa­che für deine Schwä­che sein kann. Fehlt Nie­ren-Yin, kön­nen sich im Kör­per nicht nur Er­schöp­fung und Schwä­che, Kraft­lo­sig­keit und un­end­li­che Mü­dig­keit zei­gen son­dern noch wei­te­re Sym­pto­me: 

Sym­pto­me eines Ener­gie­man­gels in den Nie­ren
  • Un­ru­he, Fah­rig­keit, Ru­he­lo­sig­keit und Ner­vo­si­tät
  • Große und schnel­le Er­schöp­fung nach klei­ner An­stren­gung
  • Schlaf­stö­run­gen und nächt­li­ches Er­wa­chen, viel­leicht sogar Nacht­schweiß
  • Un­ver­träg­lich­keit von Hitze oder Hit­ze­wal­lun­gen
  • Tin­ni­tus, Rücken­be­schwer­den, Os­teo­po­ro­se u.s.w.

Wich­tig für dich zu wis­sen: Der Ener­gie­man­gel der Nie­ren, den ich hier be­schrei­be, hat nichts mit der Funk­tio­na­li­tät dei­ner Nie­ren zu tun. Die kön­nen top sein. Hier geht es ein­zig um den ener­ge­ti­schen Stand­punkt.

 

Ge­win­­ne neue Ener­­gie - Erste Schrit­te 

Quel­len des Qi - Quel­len dei­ner Le­bens­ener­gie

Den größ­ten An­teil des Qi, das du für dei­nen All­tag be­nö­tigst, kann der Kör­per selbst schöp­fen, vor allem aus dei­nem Essen und dei­ner At­­mung. Denn Essen und Atmen sind zwei un­­ent­­behr­­li­che Quel­len für das Qi. Klar, denn ohne Nah­rung und ohne Sau­er­­stoff kön­­nen wir nicht exis­tie­ren. Umso ein­fa­cher ist es, das Not­wen­­di­­ge mit dem Nütz­­li­chen zu ver­­­bin­­den. Je bes­­ser die Qua­­li­tät dei­­ner Le­­bens­­mit­tel und dei­­ner At­­mung sind, desto mehr Qi ent­hal­ten sie.

 

Qi-rei­che Er­näh­rung

Ei­gent­lich sind die Er­näh­rungs­emp­feh­lun­gen der Chi­ne­si­schen Me­di­zin in­di­vi­du­ell. So in­di­vi­du­ell wie die Men­schen. Es gibt nicht DIE eine rich­ti­­ge Er­näh­rung für alle Men­­schen. Nicht in der „Gala“, auch nicht in der “Bun­ten” und auch nicht im “Focus on­li­ne”. Es gibt sie aber auch nicht in der üb­­li­chen Na­tur­heil­­kun­­de und auch nicht in der Schul­­me­­di­­zin, die sich beide an die Richt­­li­­ni­en der 'Deut­­schen Ge­­sell­­schaft für Er­näh­rung' an­leh­­nen. Und diese Emp­feh­lun­gen ba­sie­ren auf den In­haltss­tof­fen der Nah­rungs­mit­tel. Wie viel Ei­weiß, Koh­len­hy­dra­te und Fett, oder wie viel Vit­amin A, wie viel B oder C, wie viel Eisen, Ka­li­um oder Cal­ci­um, Selen oder Mo­lyb­dän sind im Nah­rungs­gut ent­hal­ten. Wie auch immer, was auch immer. Es wird im Labor ge­schaut, wel­che In­haltss­tof­fe wel­che Funk­ti­on haben und das Er­geb­nis auf die Men­schen über­tra­gen. Auf alle wohl­ge­merkt, leicht an­ge­passt auf Alter und Ge­schlecht. Aber un­ge­ach­tet der in­di­vi­du­el­len Kon­sti­tu­ti­on und der in­di­vi­du­el­len Ge­sund­heit. 

Fragt man da­­ge­­gen einen The­ra­­peu­ten fernöst­­li­cher oder tra­­di­tio­­nell aben­d­län­­di­­scher Heil­­ver­­fah­ren, wel­che Le­­bens­­mit­tel ge­­sund sind, ern­tet man Schul­ter­­zu­­cken. Denn so ein­fach lässt sich die Frage nicht be­ant­wor­ten. Hier spie­len die ein­zel­nen In­haltss­tof­fe keine Rolle. Die Er­näh­rungs­leh­re der Chi­ne­si­schen Me­di­zin ist über 3000 Jahre alt. Der­zeit be­ob­ach­te­ten die Ärzte ge­naues­tens die Wir­kung eines Le­bens­mit­tel im Kör­per. Wärmt es den Leib oder kühlt es ihn ab? Geht die Wir­kung nach oben in den Kopf oder eher in die Füße? Wirkt es zu­sam­men­zie­hend oder eher zer­streu­end? Wel­che Farbe hat ein Le­bens­mit­tel? Denn jeder Oragn-Funk­ti­ons­kreis kann durch eine be­stimmt Farbe ge­stärkt wer­den. Weiß bei­spiels­wei­se stärkt die Lunge und schwarz die Nie­ren. Die Wir­kung auf den Kör­per sind aber auch vom Ge­schmack und vom Ge­ruch ab­hän­gig. So wird die Leber durch leicht saure Le­bens­mit­tel ge­stärkt, das Herz durch eher bit­te­re. Des­halb ist die Koch­kunst der chi­ne­si­schen Küche von der Ele­men­te­leh­re ge­prägt. Diese Lehre kom­bi­niert die Le­bens­mit­tel und Ge­wür­ze so, dass alle Or­ga­ne gleich­mä­ßig an­ge­spro­chen wer­den. Und hier­zu gibt es im Han­del di­ver­se Koch­bü­cher.

Ob also ein Le­­bens­­mit­tel ge­­sund ist, hängt von vie­ler­lei Fak­to­ren ab. Aber am meis­ten davon, WER es isst: Wie die Kon­s­ti­tu­ti­on des­je­ni­gen ist, wel­ches "in­­­ne­­re Klima" in sei­nem Kör­­per vor­­herrscht und wel­che Sym­p­to­­me die­­ses Klima be­reits her­vor­­­ge­ru­­fen hat. Des­halb wer­­den Diä­t­emp­­feh­­lun­­gen der Chi­­ne­­si­­schen Me­­di­­zin immer in­­­di­vi­­du­ell an­­ge­passt.

Aber den­noch gibt es ei­­ni­­ge pau­scha­le  Er­näh­rungs­­emp­­feh­­lun­­gen, die für die meis­ten Men­­schen ge­­sun­d­heits­­­för­­dernd sind:

 

Man­ch­­mal muss man für seine
Ge­­sun­d­heit nicht etwas tun,
son­­dern ein­fach etwas las­­sen.  
Me­la­nie Aue

Foto von Mo­ni­ka Gr­ab­kow­ska auf Uns­plash - 🥰

iss zucker­­frei

Zu­­cker macht krank, und zwar nicht nur die Zähne. Zu­cker schä­­digt den Stoff­­wech­­sel (= die Mitte oder Pi, wie wir sie in der Chi­ne­si­schen Me­di­zin nen­nen). Die Fol­gen von zu viel Zu­cker sind An­samm­lun­gen von Stoff­wech­se­lend­pro­duk­ten, so­ge­nann­te Schla­cken, die im Ge­we­be ab­ge­la­gert wer­den und den Fluss der Ener­gie Qi stö­ren. Wenn du mal ein biss­chen Zu­cker in deine To­ma­ten­so­ße gibt, macht das na­tür­lich keine Pro­ble­me. Aber in un­se­rem Schla­raf­fen­land ist Zu­cker zu einem Basic ge­wor­den, über das man nicht mehr nach­denkt. Da ge­sellt sich zum Zu­cker im Tee, der im Frucht­jo­ghurt, in der Salatsau­ce oder im Ketch­up. Und das ist es, was uns krank macht. Das Zu­viel und das Zuoft. 
Zu­cker ist aber auch ein Ener­gie­trä­ger. Trau­ben­zu­cker wird immer noch gern als schnell wir­ken­der Ener­gie­trä­ger ge­lobt. Das mag für an Dia­be­tes mel­li­tus Er­krank­te auch stim­men. Hier hat der (Trau­ben-) Zu­cker den Sinn, schnells­tens einer Un­ter­zu­cke­rung ent­ge­gen­zu­wir­ken und kann somit le­bens­ret­tend sein. Hast du aber kei­nen Dia­be­tes, ist jeg­li­che Art von Zu­cker un­ge­sund. Auch Trau­ben­zu­cker. Denn die Ener­gie, die er spen­det, ist nur von sehr kur­z­er Dauer. Sie ver­pufft, wie die Er­ho­lung eines Ur­laubs im Dau­erstress. Und dann bist du er­schöpf­ter als zuvor und ent­wi­ckelst Heiß­hun­ger auf Scho­ko­la­de, Bon­bons oder Ge­bäck. Ein Teu­fels­kreis, aus dem du letzt­end­lich ge­schwäch­ter her­aus­kommst, als du hin­ein­ge­gan­gen bist.
Ver­zich­te auf Zu­cker und auf zucker­hal­ti­ge Spei­sen und Ge­trän­ke. Nichts von die­sen Din­gen be­nö­tigt dein Kör­per zu Über­le­ben. Das, was er be­nö­tigt, sind Koh­len­hy­dra­te. Und die fin­dest du in guter und ge­sun­der Form in vol­lem Ge­trei­de, in Reis und in fri­schem Ge­mü­se.

 

iss qi-rei­che Nah­rung

Brauchst du Ener­gie Qi, musst du Qi essen. Und das ist in großen Men­gen in le­ben­di­ger Nah­rung ent­hal­ten, in Obst, Ge­­mü­­se, Saa­ten, Nüs­sen, Hül­sen­früch­ten und in Ge­trei­de­kör­nern. Und wenn diese aus bio­lo­­gi­­schem Anbau stam­­men, sai­­so­nal und re­­gio­nal an­ge­baut sind, desto mehr Qi ent­hal­ten sie.

In Fer­tig­pro­­duk­ten und in­­­dus­tri­ell her­­ge­­stell­ten Waren ist wenig bis gar kein Qi mehr vor­han­den. Des­halb sind in­dus­tri­ell ver­ar­bei­te­te Le­bens­mit­tel tot. Tot an Le­bens­kraft. Sie brin­gen dir kein Qi für dei­nen All­tag. Sie ma­chen dich satt, ja, das schon. Aber sie ma­chen dich auch krank und leer. Das ein­zi­ge, das die auf­fül­len, sind die Gift­stoff­de­pots dei­nes Kör­pers durch Zu­­satz­­stof­­fe, künst­­li­che Aro­­men, Far­b­­stof­­fe, Füll­­stof­­fe und an­­de­­re syn­­the­tisch her­­ge­­stell­te Ad­di­ti­ve. Sei gut zu dir und zu dei­nem Kör­per und gönne dir gute, kraft­vol­le und le­ben­di­ge Le­bens­mit­tel.* 

 

koche

Koche! Der Stoff­­wech­­sel liebt Ge­­koch­tes. Oder Ge­­düns­te­tes. Denn aus Ge­­gar­tem kann mit Leich­tig­keit das darin ent­hal­te­­ne Qi trans­­for­­miert wer­­den. Mei­­nen Pa­ti­en­ten er­­klä­­re ich gerne: Je kran­ker oder schwä­cher der Kör­­per ist, desto mehr ge­­kocht. Ganz im Ge­gen­satz zur Emp­feh­lung der 'Deut­schen Ge­sell­schaft für Er­näh­rung', die Roh­kost für ge­eig­net und sinn­voll hal­ten. Hm... mag sein. In La­bor­be­din­gun­gen ist das nicht ab­zu­strei­ten. Aber un­se­re Därme, un­se­re Mägen und unser gan­zer Stoff­wech­sel sind durch un­se­re Le­bens­wei­se weit ent­fernt von op­ti­ma­len Ver­dau­ungs­be­din­gun­gen. Je schwä­cher der Stoff­wech­sel, desto we­ni­ger kannst du ver­tra­gen: Roh­kost, kalte Nah­rung und viele un­ter­schied­li­che Le­bens­mit­tel­kom­bi­na­tio­nen. Des­halb emp­fiehlt die Chi­ne­si­sche Me­di­zin (eben­so im Ayur­ve­da), Ge­koch­tes zu essen. 

Dabei ist das Wich­tigs­te das ge­­koch­te Früh­­stück. Ob nun herz­haft oder süß­­lich, ist un­­er­he­b­­lich. Rich­tig ist das, was dir schmeckt. Denn nur, wenn du mit Lust und Ap­pe­tit isst, flie­ßen deine Ver­dau­ungs­säf­te, um das Ge­ges­se­ne in Qi zu ver­wan­deln. 
Be­gin­ne mit dei­nem Lieb­lings­es­sen am Mor­gen. Egal ob es eine Fisch­sup­pe oder ein Gu­lasch ist, ein Por­ridge oder ein Grieß­brei. Nur selbst ge­kocht soll­te es sein. Ohne Zu­cker. Pro­­bie­­re dann, wenn du mu­ti­ger wirst, ver­­­schie­­de­­ne Ge­schmacks­rich­tun­­gen aus und spüre, wie lange dich ein Ge­trei­­de­früh­­stück satt hält und wie lange ein ei­weiß­rei­ches Früh­­stück. Denn dein Früh­stück soll­te dich bis zum Mit­ta­ges­sen sät­ti­gen ohne sich schwer an­zu­füh­len. 

 

 

Qi-rei­che At­­mung

Atme. Atme tief. Das geht über­all und je­der­zeit. Eine tiefe At­mung ver­sorgt den Kör­per best­mög­lich mit Sau­er­stoff und mit Qi. Am bes­ten schließt du dabei kurz deine Augen und sam­melst dich. Spüre dich. Und ge­nie­ße die Ener­gie, die in dich ein­strömt. 
Op­ti­mal ist es, wenn du zu die­sem "Zwi­schen­durch-Atem­be­wusst­sein" zu­sätz­lich ver­schie­de­ne Ate­m­übun­gen in dei­nen All­tag ein­bau­st. Ich per­sön­lich liebe ja den Mor­gen und atme ei­ni­ge Mi­nu­ten ganz be­wusst tief. Manch­mal ver­bin­de ich es auch mit Yo­ga­übun­gen oder einem Spa­zier­gang. Vi­el­leicht ist deine Zeit aber eher der Abend oder ein paar Mi­nu­ten in dei­ner Mit­tags­pau­se. Völ­lig egal. Haupt­sa­che du in­te­grierst dein neues Ver­hal­ten in den All­tag. Mache deine Tie­fa­te­m­übun­gen jeden Tag, im Som­mer und im Win­ter, an Wo­chen­ta­gen und am Wo­che­n­en­de, an Fei­er­ta­gen und sogar an dei­nem Ge­burts­tag. Du wirst sehen: Bald wan­delt sich diese klei­ne Än­de­rung zu einem Le­bens­quell für dich. 

 

Des­halb: atme tief. Atme be­wusst.
Immer wie­­­der über den Tag ver­­­­­teilt. Oder singe, summe, pfei­­­fe.
Atme in dei­­nen Rücken,
in dei­­nen Bauch.
Atme bis zu dei­­nen Füßen.

Foto von Pa­trick Mal­le­ret auf Uns­plash 🫶🏼

Übun­gen

Übung Atem­strö­men

Setze dich so auf einen Stuhl, dass du die bei­­den Sitz­­bein­hö­­cker spürst. Lehne dich nicht an. Die Füße ste­hen schul­ter­­breit aus­­ein­an­­der, die Hände lie­­gen lo­­cker auf den Ober­­schen­keln. Al­ter­na­tiv kannst du dich in den Schnei­­der­­sitz oder auf ein Me­­di­ta­ti­­ons­­bänk­chen set­­zen.
Rich­te die Wir­­bel­­säu­le auf und stel­le dir vor, auf dem Kopf ein Krön­chen zu tra­­gen. Diese Sitz­hal­ten be­­deu­tet „Ich bin“.
Achte dar­auf, dass sich die Lip­­pen sanft be­rüh­ren, die Kie­­fer ent­­spannt sind und die Zunge am Mun­d­­bo­­den  liegt. Nun kann es los­ge­hen:

  1. Lenke deine Auf­merk­sam­keit auf den Atem und spüre, wie er ein- und aus­strömt. Folge dem Atem min­des­tens zwölf Atem­zü­ge.
  2. Lenke dann die Auf­merk­sam­keit auf das Au­sat­men. Atme so lange aus, wie es geht. Dann at­mest du wie­der ein paar Mal in dei­nem nor­ma­len Rhyth­mus.  
    Führe Punkt 2 ei­ni­ge Atem­zü­ge lang durch, höchs­tens fünf Mi­nu­ten lang.
  3. Nun kannst du deine ver­län­ger­te Au­sat­mung und die dar­auf fol­gen­de Einat­mung mit The­men be­le­gen: Stell dir bei der Einat­mung vor, dass du kraft­vol­le Ener­gie auf­nimmst, wäh­rend du bei der Au­sat­mung etwas Be­las­ten­des aus­at­mest.
    Mache auch diese Übung höchs­tens 5 Mi­nu­ten lang. Denn nicht die Dauer der Übung ist aus­schlag­ge­bend, son­dern die Qua­li­tät und die Re­gel­mä­ßig­keit.

 

Übung für das Qi

 

 

Einer un­­­se­­rer Haup­t­­me­ri­­dia­­ne ist das Kon­­zep­ti­­ons­­ge­­fäß (Ren mai), das in der Kör­­per­­mit­te vom Scham­­bein bis zur Un­ter­­lip­­pe ver­­­läuft. Um Ener­­gie zu schöp­­fen und sich zu sam­­meln, hilft diese Übung:

 

 

  1. Lege die Fin­­ger­­spit­­zen bei­­der Hände auf die Mitte des Scham­­beins und fahre mit den Fin­­gern wäh­rend der Ei­nat­­mung den Me­ri­­di­an hoch bis zur Un­ter­­lip­­pe.
  2. Mit der Au­­sat­­mung fährst du den Me­ri­­di­an wie­­der ab­wärts bis zum Aus­­gangs­­punkt am Scham­­bein.
  3. Ver­fah­­re so ei­­ni­­ge Male in einem re­­gel­mä­­ßi­­gen Atem­­rhy­th­mus.

 

 

Tipp:

Bei stär­ke­­rer Schwä­che und Ener­­gie­lo­­sig­keit strei­che den Me­ri­­dian­­ver­­lauf ei­­ni­­ge Male nur auf­­wärts in Rich­tung Un­ter­­lip­­pe.

Ent­la­­de Stress und ner­vö­­se An­­span­­nung mit Strei­chun­­gen Rich­tung Scham­­bein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was noch Qi macht

Frage dich:

  • Wo sind dein Strah­len und deine Ener­gie ab­ge­blie­ben?
  • Wofür brauchst du deine Ener­gie?
  • Wofür VER­brauchst du deine Ener­gie?
  • Bringt die­ser Auf­wand (Frage 2) für dich Le­bens­freu­de, Zufrie­den­heit, Er­fül­lung, Glück und Ge­sund­heit? 

    Nährt die­ser Auf­wand deine Seele?
  • Wie viel Zeit und Muße nimmst du dir für dich?

Nimm dir Zeit für die Beant­wor­tung der Fra­gen. Deine Ge­sun­dung ist keine Chal­len­ge. Es braucht Zeit. Zeit und Muße. Und Mut und Ehr­lich­keit. Und wenn du dei­nen Ener­gieräu­bern auf die Spur ge­kom­men bist, dann ver­mei­de sie. Oder re­du­zie­re sie, wenn du meist, dass es nicht ver­mei­den lässt. Aber vor allem: nimm die Zeit für deine Freu­de, denn Freu­de ist pure Le­bens­ener­gie.

 

Das Qi wohnt in der Freu­­de.
Me­la­­nie Aue

 

Das ist ei­­gent­­lich ganz ein­fach: Alles, was dir Freu­­de be­rei­tet, jedes La­chen, jede Umar­­mung, jedes wohl­wol­len­­de Wort und alles, was dich er­­füllt, füllt dich mit Qi. Aber mache dich un­­ab­hän­­gig davon, von an­­de­ren diese qi-fül­len­­den Ges­ten und Worte zu er­hal­ten. Sei du selbst die­je­­ni­­ge, die dir Qi schenkt. Lobe dich. Tu Dinge, die in dir Freu­­de er­we­­cken. Verab­re­­de dich. Gehe ins Kino oder lies dein Lie­b­­lings­­­buch. Mache Sei­­fen­bla­­sen, tanze, mu­­si­­zie­­re oder töp­­fe­­re. Ge­­stal­te dei­­nen Ar­­beits- und Wohn­raum so, wie es dir ge­fällt und du es für deine liebs­ten Freun­­de und Gäste tä­test. Sei du es dir wert. Und vor allem: brin­­ge dir selbst Wer­t­schät­­zung ent­­ge­­gen. Denn genau das po­ten­­ziert dein Qi, deine Vi­ta­­li­tät. Deine Le­­ben­­dig­keit und deine Freu­­de am Leben.

 

Foto von Jakob Owens auf Uns­plash 💫

 

Ener­gie­power in der Pra­xis


Aku­punk­tur

An man­chen Kör­per­punk­ten kon­zen­trie­ren sich die Ener­gi­en, die dei­nen Kör­per durch­flie­ßen. Über diese Aku­punk­tur­punk­te kann ich auf die­sen Ener­gief­luss ein­wir­ken. In der Chi­ne­si­schen Me­di­zin ste­hen uns dazu na­he­zu 400 Aku­punk­tur­punk­te zur Ver­fü­gung und man­che davon hel­fen, deine Ener­gi­en zu stär­ken. 

 

Mo­xi­bus­ti­on

Manch­mal braucht es zu­sätz­lich noch wei­te­re Maß­nah­men, die je­doch von dei­ner in­di­vi­du­el­len Sym­pto­ma­tik und Kon­sti­tu­ti­on ab­hän­gig sind. Weist deine Sym­pto­ma­tik bei­spiels­wei­se auf in­ne­re Kälte hin, ist die Mo­xi­bus­ti­on eine ef­fek­ti­ve Mög­lich­keit, so­wohl Wärme, als auch gleich­zei­tig Ener­gie auf­zu­bau­en. 
Bei der Mo­xi­bus­ti­on - oder kurz dem Moxen - wer­den be­stimm­te Aku­punk­tur­punk­te mit Bei­fuß­kraut sti­mu­liert. Schmerz­haft ist das nicht. Aber wohl­tu­end und kräf­ti­gend. Ich liebe das Moxen wegen sei­ner Wir­kung wirk­lich sehr, wenn auch der Ge­ruch, der da­nach in mei­ner Pra­xis herrscht, ge­wöh­nungs­be­dürf­tig ist und an ab­ge­stan­de­ner Knei­pen­luft er­in­nert. 
Was ich aber sehr schät­ze, ist, dass du das Moxen sogar zu Hause durch­füh­ren kannst, nach­dem wir die Vor­ge­hens­wei­se und die ent­spre­chen­den Aku­punk­tur­punk­te be­spro­chen haben. Und so kannst du zu Hause die The­ra­pie aus der Pra­xis wei­ter­füh­ren, um schnellst­mög­lich wie­der in deine Kraft zu kom­men.

 

Kräu­ter

Gera­de Kräu­ter der Chi­ne­si­schen Kräu­ter­heil­kun­de sind sehr kraft­voll. Dabei ist die Chi­ne­si­sche Kräu­ter­the­ra­pie etwas an­ders als unser west­li­ches Pend­ant, denn es wer­den nicht nur Kräu­ter zu­sam­men­ge­mischt, son­dern nach altem Wis­sen in Re­zep­tu­ren zu­sam­men­ge­fügt. So eine Re­zep­tur ent­hält immer ein Haupt­kraut mit einer Haupt­wir­kung, da­ne­ben aber an­de­re Kräu­ter, die dem Kraut als Bote an das Ziel­ge­we­be brin­gen, Po­li­zei­kräu­ter, wel­che ver­hin­dern, dass an­de­re Kräu­ter über­schie­ßend wir­ken oder har­mo­ni­sie­ren­de Kräu­ter, die die Mi­schung ab­run­den.

 

Ho­möo­pa­thie und Co 

Und Co... das sind meist die Schüß­ler­sal­ze, die ich in mei­ner Pra­xis sehr gern ver­ord­ne. Denn die eig­nen sich be­son­ders gut, die The­ra­pie zu Hause zu un­ter­stüt­zen. Sie sind ein­fach in der An­wen­dung und sehr si­cher. 
Bei der Ho­möo­pa­thie ist es etwas an­spruchs­vol­ler. Um ein pas­sen­des ho­möo­pa­thi­sches Mit­tel zu ver­ord­nen, be­darf es der ge­nau­en Sym­pto­ma­tik. Wie fühlst du dich... von Kopf bis Fuß? Da sind die Pa­ti­en­tin­nen schon manch­mal sehr ver­wun­dert, was ich alles wis­sen möch­te und wie dif­fe­ren­ziert ich die Be­schwer­den ver­ste­hen möch­te. Wer aber schon ein­mal ein pas­sen­des ho­möo­pa­thi­sches Mit­tel ein­ge­nom­men hat, wird be­flü­gelt sein von der Kraft der Ho­möo­pa­thie. 

 

Es gibt na­tür­lich noch an­de­re Metho­den in der Na­tur­heil­kun­de, um deine Kraft und deine Vi­ta­li­tät zu för­dern. Aber egal, wel­che wir für dich nut­zen, ein dau­er­haf­ter Er­folg stellt sich nur ein, wenn du deine Kraf­träu­ber er­kennst und re­du­zierst. Habe den Mut zur Ver­än­de­rung. Für dich. Für deine Vi­ta­li­tät. Für dein Leben.

 

Än­derst du nichts, än­dert sich nichts.
Me­la­nie Aue

Foto von Mi­guel Bruna auf Uns­plash thanks

 

 

 

 

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Zu dem Un­ter­schied in den Zel­len bio­lo­gi­scher und kon­ven­tio­nel­ler Le­bens­mit­tel gibt es ein in­ter­essan­tes und an­schau­li­ches Buch von A. W. Dän­zer "Die un­sicht­ba­re Kraft in Le­bens­mit­teln, BIO und NICHTBIO im Ver­gleich

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Quel­len und Li­te­ra­tur

Ei­ge­ne Auf­zeich­nun­gen aus mei­nen Fort­bil­dun­gen 

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17. Ok­to­ber 2024

 

 

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Wichtige Hinweise:

In meinem Blog 'Natürlich. Gut zu wissen' findest du vielfältige Informationen zur Naturheilkunde. Dabei handelt es sich um Theorien zur Naturheilkunde, um Rezepte, Anleitungen, um Anregungen für Ihre Gesundheit, Gedichte oder Gedanken.

Und da ich als Heilpraktikerin die Welt nicht nur mit wissenschaftlichen Augen sehe, sondern auch geist-seelischen Prozessen einen großen Platz einräume, unterscheiden sich meine Theorien und Empfehlungen in diesen Artikeln von der pathophysiologischen Lehrmeinung der Schulmedizin und werden von dieser auch nicht anerkannt.

Letztendlich beruhen die hier aufgeführten Theorien und Anleitungen auf Erfahrungen einiger naturheilkundlicher Therapeuten und sind wirklich nur als Empfehlungen zur Selbsthilfe gedacht. Auf keinen Fall ersetzen sie den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker. Deshalb meine Bitte: Lass alle deine Beschwerden und Erkrankungen schulmedizinisch abklären, bevor du dich selbst behandelst.


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